| Wie ich Chormitglied wurde |
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von Elrun Uschkrat Im Mai 1990 wurde ich auf recht interessante Weise Mitglied der Jena Jubilee Singers. Diese Geschichte möchte ich hier in kurzer Form gern loswerden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen kleinen dreijährigen Sohn namens Christoph. An einem wunderschönen, sonnigen Sonntagnachmittag war in der Aula des Universitätshauptgebäudes ein außergewöhnliches Konzert angesagt. Ein Jazzchor aus den alten Bundesländern stand auf dem Programm. Das interessierte mich. Ohne lange zu überlegen, entschied ich mich, mit Christoph zu diesem Konzert zu gehen. Als ich in die Aula kam, war ich ziemlich enttäuscht. Da sich bis zu Beginn des Konzertes nur eine geringe Zahl an Besuchern eingefunden hatte, befürchtete ich, eine Absage. Welch ein Ärger - nun fällt dieses schöne Konzert ins Wasser, wo doch meine Erwartungen sehr groß waren. Bei diesem traumhaften Wetter und strahlendem Sonnenschein hatte sich wohl die Mehrheit der Bevölkerung entschieden, den Nachmittag eher an der frischen Luft zu verbringen, als in einem stickigen Konzertsaal zu sitzen. Die Musiker waren sichtlich enttäuscht, aber sehr flexibel. Sie entschieden sich kurzerhand, uns zu einem Konzert unter freiem Himmel in der Innenstadt Jenas einzuladen. Der Chor sammelte sich in der Johannisstraße, die wenigen Besucher folgten ihm, und unkompliziert und ohne große Vorrede ging es los mit dem Programm. Ich war begeistert und auch Christoph klatschte enthusiastisch in seine kleinen Hände. In solchen lockeren Situationen kommt man sehr schnell mit seinen Nachbarn ins Gespräch. Ich teilte meine Begeisterung mit einer jungen Frau namens Ines und erzählte ihr, dass ich doch so gerne wieder singen würde, nachdem ich als Schülerin und Studentin schon immer sehr aktiv gewesen war. Das spontane Gespräch mit ihr endete mit einer Einladung zur Chorprobe eines besonderen Chores im evangelischen Gemeindehaus in der August-Bebel-Straße - Montag 19:30 Uhr. Ich speicherte diesen Termin sorgfältig in meinem Hirn ab und war gespannt auf den kommenden Abend. Ines erzählte mir, dass sie seit einiger Zeit in diesem Chor sänge und mir diese Musik gefallen könnte. Wir verabredeten uns also für Montagabend. Ich war aufgeregt. Nun blieb nur ein Problem zu lösen: Was mache ich mit meinem dreijährigen Kind? Wie gewöhnlich brachte ich ihn zu Bett und bat die Nachbarin, regelmäßig nach ihm zu sehen. Christoph war in dieser Beziehung sehr unkompliziert und merkte gar nicht, dass seine Mutter für einige Zeit abwesend war. Fast pünktlich erreichte ich die August-Bebel-Straße. Schnell hatte ich den Raum gefunden, da die Garderobe vor der Tür anzeigte, dass hier eine größere Veranstaltung stattfand. Die Tür war bereits geschlossen und ich hörte Stimmen im Chor erklingen. Wie peinlich – die Probe hatte bereits begonnen. Ich öffnete die Tür mit schüchternem Blick und hoffte, Ines’ bekanntes Gesicht zu entdecken. Gerade in dem Moment drehte sich der Chorleiter zu mir um und sah mich fragend an. Ich erklärte ihm etwas aufgeregt, dass ich am Sonntagabend hierher eingeladen worden war, von einer jungen Sängerin namens Ines, und vielleicht gern hier mitsingen würde. Mit diesem Abend wurde meine Entscheidung besiegelt. Auf unproblematische Weise wurde ich Mitglied der Jena Jubilee Singers und wirkte bereits im August bei unserer ersten Konzerttournee in die alten Bundesländer mit. Natürlich hatte ich damals noch nicht geahnt, dass ich mit meinem Choreintritt auch eine langjährige Laufbahn als Sprecherin beginnen würde. ;-) |
©2011 Jena Jubilee Singers
